Meine ersten Versuche als Drummer

© Phillip Harrington via Wikimedia Commons

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Als Student von 22 Jahren wagte ich mich zum ersten Mal in meinem Leben an ein Schlagzeug. Zwar war ich musikalisch schon immer etwas begabt, doch erschien es mir nicht einfach ein Drummer zu werden. Während meines Studiums der Musikwissenschaften und Sozialpädagogik hatte ich auch mit dem Teilbereich der Musikerziehung zu tun. Dies kam mir jetzt wieder zugute. Ich zog also los und kaufte mir mein erstes Schlagzeug. Es war ein schlichtes Stück der Firma Tama und sollte lediglich für den Anfang ausreichen. Ein Studienfreund gab mir die ersten Stunden Schlagzeugunterricht und ich merkte sehr schnell, dass ich immer besser wurde. Anfangs war es schwierig die Koordination von beiden Händen und Füßen unter einen Hut zu bringen. Nach ein wenig Übung kehrte jedoch schnell Routine ein. Da ich von Natur aus mit einem feinen Taktgefühl gesegnet bin, spielte ich zum größten Teil rein nach Gehör. Schon bald gelang es mir, erste Sequenzen meiner Lieblingssongs nachzuspielen. Ich tauchte immer weiter in die Welt der Drums und der Musik ein und genoss es mich musikalisch zu verwirklichen. Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen, professionelle Unterrichtsstunden zum Thema Schlagzeug lernen an einer Musikschule zu nehmen. Ich denke, dass ich nur so meine Leistungen steigern und mich dauerhaft verbessern kann. Spaß macht es mir alle mal und ich kann es jedem, der nur ein wenig musikalisches Talent aufweist, ans Herz legen, sich für das Schlagzeugspielen zu entscheiden. Egal, ob man es durch professionellen Unterricht oder im Selbststudium erlernt, Schlagzeugspielen ist eine feine Sache.

Guerilla-Gigs

Spontan, aufregend und ungenehmigt – Guerilla-Gigs

Guerilla-Gigs sind behördlich nicht genehmigte, also verbotene, Spontanauftritte von Musikgruppen. Sie machen sie dabei den öffentlichen Raum zunutze und spielen mit der Gefahr erwischt zu werden. Ziel solcher spontanen Guerilla-Gigs ist es, regional bekannter zu werden.

Auffallen, um jeden Preis.

Gerade in Städten ist es schwer aufzufallen. Diese Gigs können in privaten Räumlichkeiten, leer stehenden Häusern, im Park oder im Parkhaus stattfinden. Dass verärgerte Nachbarn oder sogar eine Polizeistreife dem Treiben ein Ende setzen könnte, gehört mit zum Programm. Auch Kulissen machen aus dem gewöhnlichen Gig etwas Außergewöhnliches. Mit einem Auftritt auf der Bühne lassen sich diese Events nicht vergleichen. In Deutschland findet man diese Guerilla-Gigs immer noch selten und wenn, dann eher in Berlin, München oder im Ruhrgebiet. Im kameraüberwachten England sind die Guerilla-Gigs kurioserweise bekannter.

Erst leise, dann mit Bums.

Weil diese Auftritte von den Behörden nicht genehmigt sind, wäre es ja schlecht, wenn die Ordnungshüter mit großen Plakaten auf den bevorstehenden Gig aufmerksam gemacht würden. Die meisten Termine werden sehr leise weiter gegeben. Der eine Student sagt es dem Anderen. Die Mädel tuscheln. Ganz nebenbei werden A6 große Zettelchen mit dem Ort und den Gigdaten verteilt. Bloß nicht auffallen.

Dann kommt der Abend der Abende. Aus allen Ecken kommen Menschen und steuern ein Ziel an, an dem es heute rundgehen soll. Wie lange? Keiner weiß es. Vielleicht ist das der Reiz dieser Gigs. Die Band hat ihr Ziel jedenfalls erreicht. Sie ist in aller Munde.

Meine Erfahrung mit ‘The Clash’

© Helge Øverås via Wikimedia Commons

© Helge Øverås via Wikimedia Commons

Nachdem mich ein paar Freunde immer wieder auf “The Clash” hingewiesen haben, habe ich mich nun endlich auch ein mal etwas näher mit der Londoner Punkband beschäftigt. Obwohl sie 1976 gegründet und bereits 1985 wieder aufgelöst worden ist, kann man tatsächlich sagen, dass die Band viel für die Musikgesellschaft getan hat. Sie hat nicht nur mit ihren Texten viele Millionen Fans berührt, sondern ist auch für viele der heutigen Top-Bands ein Vorbild. Deshalb ist es umso erfreulicher, dass “The Clash” bereits 2003 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen worden sind. Schade das nur, dass Joe Strummer, der 2002 verstarb, dies nicht mehr mitbekommen hat.

Das Lebenswerk von ‘The Clash’
Obwohl die Bandgeschichte lediglich neun Jahre lang dauert, können die Mitglieder voller Stolz auf immerhin sechs Alben und insgesamt zehn verschiedene Bandmitglieder im Laufe der Jahre zurück blicken. So entstand bereits 1977 mit “The Clash” das erste Album, welches sich jedoch nur sehr schwach in der Musiklandschaft etablieren konnte. Das zweite Album “Give ‘Em Enough Rope” konnte immerhin schon Platz 100 der Billboard-Charts erreichen und erschien 1978. Ein Jahr Später kam dann jedoch mit “London Calling” der große Durchbruch für die Band, das nicht nur das erfolgreichste Album wurde, sondern den Musikkünstlern die Tür für drei weitere Alben (Sandinista! – 1980, Combat Rock – 1982, Cut the Crap – 1985) öffnete.

Vor allem der Stil und die Aggression, die sich in den Liedern wiederspiegelt, macht “The Clash” für mich zu einer wirklich guten Band. Kein Wunder, dass Größen wie “Greenday” und “Die Toten Hosen” diese Band als Vorbild betrachten.

Was ich von ‘The Kills’ halte

© Anders Jensen-Urstad via Wikimedia Commons

© Anders Jensen-Urstad via Wikimedia Commons

Erst vor kurzem bin ich über das Musiker-Duo “The Kills” gestolpert und war überrascht von dem Sound, den die beiden produzieren. Die amerikanische Sängerin Alison Mosshart (besser bekannt als “VV”) und der Londoner Gitarrist Jamie Hince (besser bekannt als “Hotel”) nutzen dabei viele verschiedene Musik-Genre und mixen diese miteinander, sodass ein vollkommen neues Gefüge aus musikalischen Impressionen ensteht. Dies ist bisher ziemlich einzigartig auf dem Musikmarkt und passt perfekt zu ihren Songtexten.

Ein ungewöhnliches Konzept
Dabei nutzen die beiden Künstler vor allem musikalische Elemente aus dem Independent-Genre, Blues und Punk und mischen dazu verschiedene Rhythmen der Drummmaschine. Außerdem setzt das Duo auf Gitarrenriffs, die jedoch an den minimalistischen Stil angepasst werden. 2003 erschien das Debutalbum “Keep On Your Mean Side”, 2005 folgte “No Wow”. 2008 wurde “Midnight Boom” auf den Markt gebracht und 2011 “Blood Pressures”. Über die ersten beiden Alben sagt Jamie “Hotel” Hince selbst: “Bei Keep On Your Mean Side haben wir versucht, alles Fett wegzulassen, nur Haut und Knochen. Beim neuen Album haben wir auf die auch noch verzichtet.” Damit bezieht er sich auf den bereits erwähnten, minimalistischen Stil, der von Kritikern so enorm gelobt wird.

Ich finde vor allem die frische Idee hervorragend, denn gerade in der heutigen Zeit hat man oft das Gefühl, dass es den Bands nur um “größer, schneller, weiter” geht und der Fokus nicht mehr auf den Texten liegt, sondern ein möglichst pompöser Sounds gesucht wird. Hier rundern “The Kills” in eine vollkommen andere Richtung und machen das wirklich sehr solide, was sehr gefällt.

Festivals 2014 – das Jahr wird rockig

Festivalfreunde aufgepasst! Das Jahr 2014 verspricht alles was das Herz eines Vollblutfestivalgängers höher schlagen lässt. Viele unter uns zählen bereits jetzt die Tage bis zum nächsten Festival und können es kaum erwarten, die lang ersehnte Atmosphäre auf dem Gelände zu genießen.

Das rockt – die Festival Highlights im Jahr 2014
Eines der wohl bekanntesten und größten Festivals in ganz Deutschland ist auch in diesem Jahr wieder mit von der Partie: Rock am Ring bietet jeden Menge unterschiedlicher Livebands, die mit den verschiedensten Stilrichtungen bei den Zuschauern punkten. Das Gelände befindet sich auf dem ebenfalls bekannten Nürburgring und ist mit 3 Bühnen, worauf die Bands die Meute zum Beben bringen, ausgestatten. Von Rock über Elektro bis hin zu HipHop kann so alles geboten werden. Bands wie Linkin Park und Iron Maiden haben sich für dieses Jahr bereits angekündigt.

Um die 85 000 Besucher erhoffen wir uns in diesem Jahr wieder auf dem Wacken Festival, das Metal- Begeisterte magisch anzieht. Ein besonderes Highlight in diesem Jahr stellt das 25jährige Jubiläum dar. Dieses muss natürlich gebührend gefeiert werden mit Stars wie Amon Amarth und Endstille.

Wie in jedem Jahr gehört für mich und viele andere Festivalgänger das Summer Breeze Open Air zu den Highlights des Jahres. Zumeist bildet es auch einen krönenden Abschluss der bekanntesten Festivals. Die Stadt Dinkelsbühl gerät jährlich im August in einen Ausnahmezustand. Hier stehen Bands aus den extremen Metalrichtungen, Punk sowie auch Hard Rock auf der Bühne. Die Lautstärke und die brüllende Menge lassen ein unbeschreibliches Gefühl entstehen und die Musik durch den ganzen Körper gehen.

Musik für unterwegs

Sehr viele Menschen besitzen einen MP3-Player, bei Jugendlichen sind es ungefähr 80 %. Musikfreunde nutzen den Player bis zu mehreren Stunden am Tag und möchten ihn nicht mehr missen. Es empfiehlt sich also, genau zu schauen, welches Gerät für die eigenen Ansprüche am besten geeignet ist. Doch worauf sollte man beim Kauf achten?

MP3-Player © Christian Seidel – pixelio.de

Die Geräte unterscheiden sind vor allem durch ihre Speicherkapazität. Manche Geräte haben einen kleinen Speicher von einem Gigabyte, so dass man ca. 250 Lieder (17 CDS) darauf speichern kann. Bei einem sehr großen Speicherplatz von 160 Gigabyte kann man rund 40.000 Lieder (2447 CDs) auf den MP3-Player ziehen.

Wenn man Fotos und sogar Videos bei sich tragen möchte, sollte auf eine große Speicherkapazität des MP3-Players geachtet werden. Es gibt Geräte, da kann man die Größe des Speichers nachträglich erhöhen. Falls man also ein Gerät mit einem zu geringen Speicher besitzt, kann man sich über die Möglichkeit des Nachrüstens informieren, bevor man ein neues Gerät kauft.

Inzwischen ist die Musikqualität bei Geräten, die sich im unteren Preissegment befinden, ziemlich gut. Die Musikqualität kann man verbessern, in dem man gute Kopfhörer dazu kauft, zum Beispiel hier: www.found4you.de/design-marken/urbanears.html. Die Köpfhörer, die mit den MP3-Playern zusammen verkauft werden, sind meist sehr günstig produziert und von schlechter Klangqualität.

Man möchte den MP3-Player gerne überall hin mitnehmen, darum sollte der Akku auch eine Weile halten. Wenn der Akku groß und schwer ist, hält er auch länger. Man sollte beim Kauf also auch auf die Akkulaufzeit achten, einen Transatlantikflug sollte ein MP3-Player durchhalten. Große Bildschirme auf den Playern wirken sich negativ auf die Akkulaufzeit aus, sind aber praktisch, da sie anzeigen können, welches Lied zur Zeit abgespielt wird.

 

Abgetragen und hipp, Grunge feiert sein Comeback

Grunge-Ikone Kurt Cobain © Thomas Mikael via Wikimedia Commons

Wenn Deine besten Kumpels Dir plötzlich in ranzigen Klamotten über den Weg laufen, brauchst Du ihnen nicht gleich mit mildtätiger Geste einen Euro zustecken, denn die Jungs wissen ganz genau, was sie tun. Sie sind im Grungestil unterwegs, wofür sie sich ganz freiwillig entschieden haben. Grunge ist hipp und schmuddelig. So lautet zumindest die Übersetzung. Ins Leben gerufen wurde dieser Stil übrigens in den 90ern durch den Look der Band Nirvana. Grunge ist kein Modestil, sondern ein Lebensgefühl. Aber wie style ich mich, ohne dass die Verwandschaft gleich einen Spendentopf für mich einrichtet, ganz nach dem Motto: „Junge, wir haben Dir immer gesagt, dass Sozialpädagogik nichts für Dich ist“! Abgewetzte Boyfriendjeans, das wäre schon mal die Basics. Ergänzen lässt sich das Ganze mit verwaschenen Shirts und Oversize Pullover, vorzugsweise grobgestrickt. Auch übergroße Cardigans, karierte Flanellhemden (offen getragen) sowie abgetragene Jeans- oder Lederjacken sind einfach perfekt für den Grungelook. Ergänzend dazu kann ich ja dann meine klobigen Boots oder alten Turnschuhe tragen, von denen ich immer schon wußte, dass ich die irgendwann nochmal brauche. Auch die Frisur ist kein Problem, einfach so bleiben, wie ich am Morgen aufstehe … vielleicht noch ein bisschen zusätzlich verwuscheln oder noch besser, Mütze aufsetzen. Alles ganz nach dem Motto: „Mein Outfit ist mir schnuppe. Ich unterliege keiner modischen Norm!“ Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr gefällt mir dieser selbstbestimmte, unabhängige Look. Er spiegelt einfach persönliche Freiheit wieder. Außerdem kommt er meinem Image als Student der Musikwissenschaften sehr entgegen, zumindest für meinen Geschmack. Fazit ist, der unkomplizierte Look mit gewolltem Stilbruch gehört ab heute zu mir.

Musikalische Nostalgie

© Rama via Wikimedia Commons

Als Musikfan setzt man sich irgendwann unweigerlich mit den verschiedenen Formen auseinander in denen einem Musik begegnet. Damit meine ich nicht die verschiedenen musikalischen Stilrichtungen, sondern die unterschiedlichen Formate in denen man heute Musik ‘konsumieren’ kann.

Musikalisches ‘Fast Food’

Vieles läuft in unser Zeit ja nur noch über Downloads oder Youtube, was natürlich der schnellste Weg ist um einen Song zu kaufen, oder ihn einfach nebenbei anzuhören. Wenn man darüber nachdenkt ist das aber alles Andere als schön: Man hat nichts mehr in der Hand, weder einen Tonträger, noch ein Booklet mit dem Artwork und den Texten, alles ist irgendwie unpersönlich. Daher kaufe ich viel lieber CDs, denn ich genieße die Musik auf diese Weise viel mehr. Klar klappt das nicht bei jeder Band, manchmal möchte man von einem Künstler auch nur ein bestimmtes Lied haben und nicht gleich das ganze Album erstehen müssen, aber generell ist es mir lieber mich direkter und intensiver mit der Musik die ich höre auseinander setzen zu können.

Musikgenuss ‘Oldschool’

Vor Kurzem habe ich dann angefangen mich für Schallplatten zu interessieren. Ein Freund von mir hat sich gerade einen Plattenspieler gekauft und mich mit seiner Begeisterung dafür angesteckt. Eine Platte ist wirklich das komplette Gegenteil eines Downloads und löst in mir ein ganz besonderes, beinahe nostalgisches Gefühl aus. Das ist irgendwie witzig, denn ich kenne mich ja  letztlich mit MP3s viel besser aus als mit Vinyl. Trotzdem bin ich am Überlegen, ob ich mir ein paar Schallplatten kaufe, die ich dann gemütlich zusammen mit meinem Kumpel bei einem Bierchen anhören kann. Fündig wird man natürlich im Internet, zum Beispiel auf vinyl-audiophil.de, und hat dort eine große Auswahl. Es gibt also durchaus Alternativen zu musikalischem Fast Food, man muss sie nur finden.

 

Das neue Album der Editors

© Rama via Wikimedia Commons

Es ist nicht einfach, den Sound der britischen Band Editors zu beschreiben, denn obwohl sie sich auf der einen Seite oft nach Indie-Rock anhören, ist es doch nicht zu übersehen, das auch Elemente von Post-Punk und etwas New-Wave immer wieder anklang in den Liedern finden. Gerade das dritte Album “In This Light and on This Evening” von 2009 sticht in dieser Hinsicht etwas hervor, denn es zeichnete ein sehr düsteres Musikbild und nutzte dafür eine elektronische Note. Der Synthesizer war fest im Vordergrund etabliert, weshalb dieses Album auch die Fans spaltete.

Zurück zu den Wurzeln

Mit dem neuen Album “The Weight of Your Love”, welches 2013 erschienen ist, machen die fünf Jungs aus Birmingham ganz klar einen Schritt zurück. Doch damit ist nicht gemeint, dass sich der Sound nicht weiterentwickelt hätte – lediglich der Synthesizer tritt nun in den Hintergrund und wirkt nur noch unterstützend.

Stattdessen ist nun nicht zu übersehen beziehungsweise überhören, dass sich die Gruppe immer mehr am Americana orientiert. Dazu kommen immer wieder musikalische Episoden, die stark an die Musik aus den 80er Jahren des vorherigen Jahrhunderts erinnern. Obwohl die Band sich also auf ihre Anfänge besinnt, nutzen sie trotzdem neue Elemente um ihren Sound zu erweitern.

Das Positive an der neuen Platte ist wohl die Tatsache, dass es keine wirklichen Durchhänger gibt: Natürlich gefallen einige Lieder besser als andere, doch irgendwie hat man niemals das Gefühl, dass man das nächste Lied überspringen müsste. Die Texte überzeugen, der Sound überzeugt und das Gesamtkonzept überzeugt. Wirklich eine gelungene Fortsetzung.

Festival Survival Kit

Besucherin des Burning-Man-Festivals 2007 © Ruthless Logic via Wikimedia Commons

Beim Burning-Man-Festival in der Wüste von Nevada, gehört ein Kanister Wasser zu den wichtisten Bestandteilen eines Festival-Survival-Kits. Ich war diesen Sommer zum ersten Mal mit meiner Kommilitonin Sybille dort. Für uns beide war dieses Festival ein Härtetest. Die Klimabedingungen waren für uns Mitteleuropäer grenzwertig: Wir wollten eine Nacht im Zelt in der Wüste verbringen und obwohl man uns davon abriet, machten wir dann selbst die Erfahrung, dass es mitten in der Nacht bei 40 Grad nicht ans Schlafen zu denken war. Die Kleidung klebte an unseren Körpern und alles, was wir aus unserem Survival-Kit brauchten, war Wasser.

In Sybilles Handgepäck befand sich allerdings noch eine Kulturtasche mit lebenswichtigen Utensilien, wie Deospray, Erfrischungstücher, eine Reisezahnbürste, Waschmittel in der Tube, eine Sonnenbrille, feuchtes Toilettenpapier, Kleenex und ein Kühlakku. Erfrischungstücher waren durchaus angebracht, doch sie hätten so groß wie Bettlaken sein sollen, damit man etwas von der Wirkung spürt. Beim Burning-Man-Fstival wurden wir mit Fahrrädern ausgestattet und mit riesigen Wasserkanistern, ohne die eine Fahrt in der Wüste gar nicht zulässig ist, denn durch die extremen Temperaturen und die zusätzliche körperliche Anstrengung hat man einen überdimensionalen Wasserverbrauch.

In meinem Survival-Kit befanden sich übrigens Zelt, Schlafsack, Taschenlampe, Kaugummis, Sonnencreme und erstaunlicherweise ein Nachtsichtgerät. Ich hatte nämlich ursprünglich vor, auf nächtliche Tierexpedition zu gehen. Doch die Hitze und die Tatsache, dass ich Sybille nicht allein lassen konnte, hinderten mich daran. Dennoch, das Lebensgefühl, das dieses Festival hervorruft ist phänomenal.

© Dan Rademacher via Wikimedia Commons